Ist Azure der richtige Weg?

Wenn das Ende der Lebensdauer von Windows Server 2008 nur noch wenige Zentimeter näher rückt, sollten Unternehmen überlegen, welchen Pensionsplan sie verfolgen sollen, bevor die Sicherheitsupdates ablaufen.

Ab dem 14. Januar beendet Microsoft Sicherheitsupdates für Windows Server 2008- und 2008 R2-Computer, die im Rechenzentrum ausgeführt werden. Unternehmen, die diese Server-Betriebssysteme weiterhin verwenden, sind anfällig, da Hacker unweigerlich weiterhin nach Schwachstellen suchen. Microsoft wird jedoch – außer in seltenen Fällen – keine Korrekturen für diese Schwachstellen bereitstellen. Darüber hinaus aktualisiert Microsoft keine technischen Online-Inhalte zu diesen Betriebssystemen und bietet keinen kostenlosen technischen Support an.

Obwohl das Upgrade auf eine neuere Version von Windows Server Vorteile bietet, kann es einige Fälle geben, in denen dies keine Option ist. Beispielsweise benötigt Ihre Organisation möglicherweise eine Anwendung, die nicht mit neueren Windows Server-Versionen kompatibel ist oder von diesen unterstützt wird. Ebenso gibt es Situationen, in denen es möglich ist, den Server auf ein neues Betriebssystem zu migrieren, jedoch nicht schnell genug, um den Prozess vor dem bevorstehenden Ende der Support-Frist abzuschließen.

Microsoft bietet einige Optionen für Organisationen, die Windows Server 2008 oder 2008 R2 weiterhin ausführen müssen. Obwohl das Unternehmen keine Updates für das veraltete Betriebssystem mehr über die üblichen Kanäle bereitstellt, können Kunden erweiterte Sicherheitsupdates erwerben.

Sie können das Ende der Lebensdauer von Windows Server 2008 verzögern – wenn Sie es sich leisten können

Wenn Sie Windows Server 2008 oder 2008 R2 weiterhin lokal verwenden möchten, benötigen Sie Software Assurance oder eine Abonnementlizenz, um erweiterte Updates erwerben zu können. Die erweiterten Updates sind relativ teuer oder machen etwa 75% der Kosten einer Windows Server-Lizenz der aktuellen Version pro Jahr aus. Auf diese Weise versucht Microsoft wahrscheinlich, Kunden zur Migration auf eine neuere Windows Server-Version zu bewegen, da die erweiterten Sicherheitsupdates fast so viel kosten wie eine Windows Server-Lizenz.
Die andere Option für Organisationen, die Windows Server 2008 oder 2008 R2 weiterhin ausführen müssen, besteht darin, diese Server in die Azure-Cloud zu migrieren. Unternehmen, die diese Workloads auf Azure umstellen, erhalten kostenlose erweiterte Sicherheitsupdates seit drei Jahren.

Server haben häufig mehrere Abhängigkeiten, die Sie im Rahmen der Migrationsplanung berücksichtigen müssen.

Wissen, was ein Wechsel zu Azure bedeutet

Vor der Migration einer Windows Server-Workload in die Cloud ist es wichtig, die Vor- und Nachteile des Wechsels zu Azure zu berücksichtigen. Der offensichtlichste Vorteil ist finanzieller Natur und Sie haben einige Jahre Zeit, um dieses Betriebssystem auszuführen, ohne für erweiterte Sicherheitsupdates bezahlen zu müssen.
Ein weiterer Vorteil der Migration zu Azure ist die Reduzierung der hardwarebezogenen Kosten. Windows Server 2008 war die erste Windows Server-Version, die Hyper-V enthielt. Viele Unternehmen entschieden sich jedoch dafür, Windows Server 2008 auf physischer Hardware zu installieren, anstatt sie zu virtualisieren. Wenn Ihre Organisation Windows Server 2008/2008 R2 auf einem physischen Server ausführt, ist dies die perfekte Gelegenheit, die veraltete Serverhardware außer Betrieb zu setzen.
Wenn Ihre Windows Server 2008/2008 R2-Workloads virtualisiert sind, kann durch das Verschieben dieser VMs nach Azure auf den Virtualisierungshosts etwas Kapazität für andere Workloads freigesetzt werden.

Erfahren Sie mehr über die finanziellen und technischen Auswirkungen

Ein Nachteil beim Betrieb Ihrer Server in Azure sind die Kosten. Sie zahlen eine monatliche Gebühr für die Ausführung von Windows Server 2008-Workloads in der Cloud. Es ist jedoch anzumerken, dass Microsoft ein Programm namens Azure Hybrid Benefit anbietet, mit dem Unternehmen mit Windows Server-Lizenzen 40% der Kosten für die Ausführung berechtigter VMs in der Cloud erhalten. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie viel Ihre Workloads kosten könnten, können Sie einen Taschenrechner verwenden und weitere Details finden unter diesem Link.
Ein weiterer Nachteil beim Verschieben einer Server-Workload nach Azure ist die erhöhte Komplexität Ihrer Netzwerkinfrastruktur. Diese zusätzliche Komplikation ist nicht nur auf die migrierenden Server beschränkt. In der Regel müssen Sie eine hybride Active Directory-Umgebung erstellen und ein VPN erstellen, das eine sichere Kommunikation zwischen Ihrem lokalen Netzwerk und der Azure-Cloud ermöglicht.

Berücksichtigen Sie diese Überlegungen zur Azure-Migration

Für Unternehmen, die ihre Windows Server 2008-Workloads nach Azure migrieren möchten, sind eine Reihe potenzieller Migrationsprobleme zu berücksichtigen.
Server haben häufig mehrere Abhängigkeiten, die Sie im Rahmen der Migrationsplanung berücksichtigen müssen. Beispielsweise muss eine Anwendung möglicherweise eine Verbindung zu einer Datenbank herstellen, die auf einem anderen Server gehostet wird. In dieser Situation müssen Sie entscheiden, ob die Datenbank nach Azure migriert werden soll oder ob es für die Anwendung akzeptabel ist, Datenbankabfragen über eine WAN-Verbindung durchzuführen.
Ebenso müssen Sie die Auswirkungen der Migration auf Ihre Internetbandbreite berücksichtigen. Ein Teil Ihrer Bandbreite wird durch Verwaltungsdatenverkehr, Verzeichnissynchronisierungen und verschiedene Cloud-Prozesse beansprucht. Es ist wichtig sicherzustellen, dass Ihrem Unternehmen genügend Bandbreite zur Verfügung steht, um diesen Anstieg des Datenverkehrs zu bewältigen.
Schließlich gibt es Unterschiede zwischen der Verwaltung von Cloud-Workloads und denen in Ihrem Rechenzentrum. Die Azure-Cloud verfügt über eine eigene Verwaltungsoberfläche, die Sie lernen müssen. Darüber hinaus stellen Sie möglicherweise fest, dass Ihre aktuellen Verwaltungstools entweder keine Cloud-basierten Ressourcen verwalten können oder eine erhebliche Neukonfiguration erfordern. Beispielsweise erkennt ein Patch-Verwaltungsprodukt Ihre VM in Azure möglicherweise nicht automatisch. Möglicherweise müssen Sie entweder eine separate Patch-Management-Infrastruktur für die Cloud erstellen oder dem Anbieter einen Pfad zu Ihren Cloud-basierten Ressourcen bereitstellen.

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